Kitzrettung - Gemeinsam gegen den Mähtod

Wie in jedem Jahr stand auch in diesem Mai 2020, trotz der Corona-Pandemie, den Revieren eine verantwortungsvolle Aufgabe bevor. Einen Tag vor der „Frühmahd“ informierten die Bauern die Revierbesitzer über die bevorstehende erste Mahd. Über WhatsApp-Gruppen, Handys und Telefone wurden zeitnah Helfer aktiviert. Bei der Bildung der Suchketten fiel es nicht schwer, den nötigen Mindestabstand einzuhalten. Die gemeinsame Aktivität im Sinne der Kitze erfreute jeden Teilnehmer und ließ die "Corona-bedingten" Einschränkungen für kurze Zeit in den Hintergrund treten, vergessen werden konnten sie nicht, hier war das achtsame Miteinander besonders gefordert.

 

Die Helfer steckten beim Durchqueren Rascheltüten an langen Stecken in die Wiese, um sie unattraktiv für das Wild zu gestalten. Ob die Ricken die darauffolgende Nacht nutzen, um ihre Kitze aus der beunruhigten Wiese zu führen, wurde in den frühen Morgenstunden durch die Nutzung einer Drohne Typ Yuneec H520 überprüft. Frank Lautenschläger stellte seine Drohne und sich in den Dienst der Kitzrettung. Der Wildtierretter aus der Luft arbeitet mit einer Wärmebildkamera. Eine entsprechende Planung und Vorbereitung vorausgesetzt, wird die ganze Wiese abgesucht. Dies nimmt, je nach Größe des Areals, etwas Zeit in Anspruch. Bereits während des Fluges erhält man die genauen Koordinaten von der Stelle, an der ein Kitz liegen könnte. Mit Hilfe dieser Koordinaten können die Kitze in der Wiese dann schnell gefunden und geborgen werden.  Zusätzlich wurden die Wiesen während des Einsammelns der Scheuchen noch einmal durchquert. Tiere, die die Scheuche nicht abgeschreckt hatte, aber die Drohne und die Retter entdeckten, wurden mit dicken Grasbüscheln aus der Gefahrenzone getragen. Auch in diesem Jahr konnten so viele Kitze durch die Aktion gerettet werden.

 

Verfasserin

Jacqueline Turowski-Freund